Die Keramiksäule

Ein einmaliges Projekt

Die keramische Verkehrssäule in Spandau existierte von 1937 bis 1958, ein einmaliges Objekt der Verkehrsgeschichte.
Die ca. 4 Meter hohe, voll gemauerte sechseckige Säule wurde vom Kunstbildhauer Gottfried Kappen (1906 –
1981) aus Finkenkrug entworfen, der auch die farbenprächtigen 18 plastischen Bildplattenkacheln (mit Motiven aus
dem Havelland und der Wirtschaft und Geschichte Spandaus) herstellte. Den Auftrag dazu erhielt er vom Inhaber der Veltener Firma „Ofenfabrik und Keramische Werkstätte A. Schmidt – Lehmann und Co.“, Herrn Otto Schmidt.

Die Idee
ein Tourismuswerbeobjekt an der damaligen Stadtgrenze Berlins, Ecke Heerstr. / Pichelsdorfer Str., aufzustellen, wurde im Frühjahr 1937 in die Tat umgesetzt. Herr Schmidt übernahm die Finanzierung der Säule und schenkte sie nach der Fertigstellung dem „Berliner Verkehrsverein e.V.“. Die Einweihung der Säule und der darum angelegten Grünanlage mit Bänken und Hecken, fand am 1. Juni 1937 statt. Die Presse bewarb das Ereignis im gesamten damaligen Reichsgebiet.
Zum Kriegsende 1945 wurde die Säule durch Splitter und Einschüsse beschädigt. Zum Glück überstanden die Bildplattenkacheln und die Erdkugel die Angriffe. 1957 wurde in der Presse und im Bezirksamt Spandau heftig über
die Zukunft der Säule gestritten. Im Februar 1958 wurde der Abriss der Säule im Bezirksamt beschlossen und kurz
danach war sie abgerissen. Laut dem Beschluss wurde aber auch vermerkt, dass die Keramikplatten und die Kugel
geborgen und eingelagert werden müssen.Leider ist das nur teilweise geschehen, wie die seit 2011 laufenden Nach- forschungen zeigen.

Zusammengefasst:
•  Zur Einweihung der Säule am 1. Juni 1937 stand sie frei auf dem Platz.
•  Sie war als Bestandteil des entstehenden Grimnitzseeparkes geplant.
•  Bis zum Abriss im August 1958 ist nach der Einweihung 1937 ein Park um die Säule angelegt worden.

    1958 wurden neue Bänke aufgestellt.
•  Der Park war wie die Säule selbst, sechseckig angelegt, begrenzt von einer niedrigen Hecke.
•  Heute befindet sich dort eine geschützte Grünfläche.

Geschichtliche Fakten
•  Entwurf und Ausführung durch Gottfried Kappe (1906 –1981) aus Finkenkrug
•  Herstellung der Keramiken in der Veltener Firma: Ofenfabrik und Keramische Werkstätte A. Schmidt Lehmann und Co.,

    Inhaber Otto Schmidt, heute das Haus des Ofen- und Keramikmuseums Hedwig Bollhagen Museum, Velten.
•  Die Idee dazu soll vom damaligen Museumsleiter Herrn Peter aus Velten gekommen sein.
•  Die Säule wurde von Herrn Schmidt gesponsert.
•  Bauausführung: Hermann Puttlitz, Inhaber der Firm Emil Ende, Berlin 31, Brunnenstraße 135.
•  Bautechnische Vorbereitung: Hochbauamt Spandau.
•  Ausarbeitung: Herr Tieck (Berliner Verkehrsverein e.V.) und Herr Peter (Museumsleitung Velten). Bauliche Fakten
•  Voll gemauerter 6-eckiger Korpus, ca. 4 Meter hoch
•  mit 18 farbigen Bildplattenkacheln (50 x 30 cm) in Negativschneidtechnik verkleidet.
•  Weitere Ausstattung mit zwei Schriftzügen und als Abschluss eine Weltkugel mit umlaufendem Band
•  Im Abschluss die Stadtwappen von Spandau, Velten und dem Berliner Verkehrsverein e.V.

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